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Von Prinzessinnen, Schwertern und Post-its: Die Cool Ideas Society Hostingwerkstatt

Die zwölf Ritter der Tafelrunde. Die zwölf Apostel. Die zwölf Eier im Karton. Der Zahl zwölf scheint etwas Magisches anzuhaften. Und so war es gewiss kein Zufall, dass sich zur allerersten bundesweiten Cool Ideas Society (CIS) Hosting Werkstatt vom 29. bis 31. Mai genau zwölf Cool Ideas Society Hosts von überall her auf den Weg machten, um sich in Eschwege gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen. Und wozu noch? Unklar! Denn wenn schon ein CIS-Abend in einer der Städte eine bunte Überraschungskiste ist – so ist ein ganzes CIS-Wochenende nicht weniger als das: Eine ganz große, bunte Überraschung. Mit Peng, Bum und Chaka.

Bei einem CIS-Abend laden CIS-Hosts dazu ein, auf kreative Art eine Idee oder ein Problem eines Pitchers weiterzudenken und ganz fix Lösungen zu entwickeln. Man stelle sich vor: Diese Hosts, die es gewohnt sind Sessions zu planen, zu moderieren, Energie zu erspüren und umzusetzen, treffen nun alle aufeinander. Keine Teilgeber – nur Hosts! Jeder in seiner Stadt ein Experte was Co-Creation, Ideation, Collaboration und Design-Thinking angeht. Und so trafen sich die zwölf Jünger der Kreativität und neuen Arbeitskultur ohne eine vorher abgestimmte Agenda. Ohne festen Ablaufplan. Ja, noch nicht mal mit einem festen Moderator. König Artus war nicht verhindert. Er wurde einfach nicht gebraucht! Weil die Cool Ideas Society an die Kompetenzen eines jeden einzelnen glaubt. An die Kraft des Zusammenarbeitens. An den gegenseitigen Austausch. Fluide Abstimmung. Und dass es schon klappen wird, wenn wir dem Prozess und uns selbst vertrauen. Kann das gut gehen?

Neunzig Minuten: Das ist die Zeit, die diese zwölf bunten Eier brauchten, um sich auf Themen und den Ablauf für ganze zweieinhalb Tage zu verständigen. Mit Themen von allen für alle. Mit einem flexiblen Timing und gemeinsamen, individuellen Slots. Klar wurde da auch gerungen und gerauft. Der runde Tisch wackelte bei Zeiten auch gehörig und mancher ließ sein Schwert nur in der Scheide, weil er vom Geruch des Mittagessens angelockt wurde. Dann aber explodierte ein Feuerwerk an Farben, Ideen und Bewegungen. Kostprobe?

Morgens um neun Uhr: Verschlafene Runde. Energizer zum Wachwerden? „Ich hab einen!“ ruft jemand. Zwei Minuten später laufen erwachsene Männer durch die grüne Landschaft und bewegen sich wie Prinzessinnen zart durch die Lüfte, gefolgt von schreienden Frauen, die sie als Monster verfolgen. Nebenstehenden thailändischen Gästen der Jugendherberge steht die Frage „ Wo sind wir denn hier gelandet?“ ins Gesicht geschrieben. Dann ein Pitch zu einem neuen CIS-Projekt: CIS an Schulen. Zwei Teams stehen in Linien nebeneinander und warten auf das „GO!“ Jeweils einer aus dem Team sprintet mit einem Stift bewaffnet zum FlipChart, schreibt in Usain-Bolt-Geschwindigkeit, was er an Schule gut findet, der andere direkt daneben, was er sich an einer Schule wünscht, sie sprinten zurück zu ihren Teams, Staffelübergabe des Stiftes und weiter geht’s. Das ist ein Ideen-Sprint!

Dann ein weiteres CIS-Projekt: Der ChangeMakerSpace. Die Idee: Ein Team findet sich, bearbeitet ein gesellschaftlich wichtiges Thema und wird währenddessen prozessual begleitet. Kann das funktionieren? Macht das Sinn? Ausprobiert! Sechs Hosts haben zehn Minuten Zeit das Problem von Müll auf unseren Straßen zu lösen. Während sie überlegen, diskutieren und schreiben, kommen immer wieder Prozesscoaches, fragen nach dem Stand, beraten zum Vorgehen und inspirieren querzudenken. Nach 30 Minuten ist klar: Die Idee ist gut, es lohnt sich in die Konzeption zu gehen.

Dann, neues Thema, es geht Schlag auf Schlag: CIS-Kooperationen, Kommunikation intern und extern und unsere Wirkung auf die Welt. Mist. Wie soll man das denn pitchen? Gar nicht. Zack. World Café. Mehrere Tische, an jedem ein Host, der Rest schwirrt von einem Tisch zum nächsten und teilt seine Meinung und sein Wissen. Nach 20 Minuten können die Flipcharts locker mit Picassos Farbengewirr und Goethes Formulierungskunst mithalten. Mindestens.

Dann ein Schwenk, weiter zum großen Ganzen, das hohe Tempo bleibt. Thema: Unsere Vision und unsere Struktur. Ein etwas knorriger Visionssatz aus einer Arbeitsgruppe hängt am FlipChart. Zwölf Köpfe rauchen, diskutieren und machen Vorschläge. Zu zwölft etwas zu formulieren ist kein Zuckerschlecken, das ist klar. Wir wären aber nicht die Cool Ideas Society, wenn wir Ideen nicht hören und gemeinsam denken wollten. Das tun wir. Die Idee wird angereichert und weitergetragen. Der Prozess ist genauso wichtig, wie das Ergebnis.

Und jedes gute Ergebnis sollte gefeiert werden, oder? Am Abend gibt’s eine Post-it-Party. Nie von gehört? Macht nichts, bestimmt gibt’s bei der nächsten Werkstatt auch eine. Wir nähern uns langsam dem Ende. In trauter Runde bei Kerzenschein am nächsten morgen findet der Rückblick statt. Zweieinhalb Tage schon vorbei. Wo ist die Zeit nur hin? Methodenaustausch, Vorstandswahl, Strukturverabschiedung, Visionssuche, Projektpräsentationen und Pitches, Hostkennenlernen, dazwischen ein paar Stunden Schlaf und Essen.

So ähnlich muss das bei den zwölf Rittern der Tafelrunde auch gewesen sein. Menschen, die an etwas glauben und es aus Überzeugung tun. Wir bei CIS glauben auch an etwas. An die Kraft der Kollaboration. Dass die Zeit neuer Arbeitsweisen gekommen ist. Dass „einfach mal machen“ mehr bringt als nur Reden. Und dass jeder gute Ideen hat, die die Welt braucht. Nur vermitteln wir unsere Überzeugungen bei CIS heute in anderen Formaten und ohne Schwerter. Manchmal essen wir auch ein Ei dazu. Aber wenn, dann ein buntes.

Comments

Martina
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Danke für diese schöne Zusammenfassung unseres intensiven Wochenendes, lieber Sascha!! Und nochmal für den Meistersprint zum Bahnhof!!

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